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Fall protection


 

Der Begriff Absturzsicherung umfasst bestimmte Praktiken und Vorrichtungen die verhindern sollen, dass es aufgrund der Begebenheiten zu Abstürzen kommen kann. Je nach Arbeitsgebiet werden verschiedene Arten der Absturzsicherung angewendet. In dieser Kategorie finden Sie Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) wie z.B. Auffanggurte, Höhensicherungsgeräte, Anschlagpunkte uvm.

Was Sie wissen müssen:

1. Bei Arbeiten in der Höhe immer die Hierarchie der Höhensicherungsmaßnahmen beachten:

  • Vermeidung - Vermeiden Sie, wenn möglich, unnötige Arbeiten in der Höhe
  • Permanenter Zugang - Nutzen Sie, wenn vorhanden, Laufstege und Gerüste
  • Arbeitsbühnen - Arbeiten Sie in der Höhe, wenn möglich, immer mit Hubarbeitsbühnen
  • Kollektive Sicherungsmaßnahmen wie Gerüste, Geländer oder Auffangnetze haben gegenüber persönlicher Schutzausrüstung Vorrang

Es gibt drei Hauptanwendungsarten persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz:

  • Rückhaltesysteme
  • Haltesysteme
  • Sturz-Auffangsysteme

2. Wenn die Möglichkeit eines Absturzes besteht, müssen Sie gesichert sein

  • Arbeiten Sie nie alleine
  • Beachten Sie den zur Verfügung stehenden Sturzraum
  • Planen Sie Rettungsmaßnahmen vor dem Arbeitsbeginn

PSA gegen Absturz müssen beinhalten:

  • Anschlagpunkt gemäß EN 795
  • Ganzkörper-Auffanggurt gemäß EN 361
  • Auffanggerät / Verbindungsmittel, das:
    • den Absturz auffängt
    • die Fangstoßkraft auf max. 6 kN reduziert
    • den Bremsweg begrenzt
    • die Kollision mit Gegenständen verhindert
  • Schutzhelm gemäß EN 12492 + EN 397

3. Mögliche Folgen eines Absturzes für die betroffene Person

Der Abstürzende kann sich durch Aufprallen auf Gegenstände oder bauliche Einrichtungen verletzen. Die auftretende Fangstoßkraft kann Verletzungen verursachen. Längeres freies Hängen im Auffanggurt kann zu Problemen führen.

4. Längeres Hängen im Auffanggurt kann zu einem Hängetrauma führen

Wenn Sie nach einem Sturz im Auffanggurt hängen, entstehen Druckstellen, welche die Durchblutung einschränken können. Durch das richtige Einstellen und Anpassen des Auffanggurtes kann eine Hängetrauma verhindert werden. Wichtig: Der Brustteil darf nicht belastet sein, das Körpergewicht muss auf dem Sitzteil liegen.

Ein nicht richtig eingestellter Auffanggurt kann zu einem orthostatischem Schock führen was bedeutet, dass sich das Blut in der unteren Körperhälfte sammelt und dadurch die lebenswichtigen Organe nicht richtig versorgt werden.

Die Gefahr des orthostatischen Schocks kann vermieden werden durch:

  • korrektes Anpassen des Auffanggurtes
  • schnelles Befreien aus der Hängelage mit der benötigten Ausrüstung

5. Rettung der verunglückten Person

Grundsätzlich gilt: Rettungen dürfen nur durch dafür ausgebildete Personen ausgeführt werden.