Anschlagketten Güteklasse 10

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RUD-Anschlagmittel in VIP-Qualität

RUD-Anschlagmittel in Güteklasse 10 - die überzeugenden Vorteile:

  • Bis zu 30% höhere Tragfähigkeit als Güteklasse 8 (Grad 80) bei gleichem Kettendurchmesser bedeutet VIP Ø 16, 20, 22 und 28 mm ersetzen Ø 18, 22, 26 und 32 mm in Güteklasse 8.
  • Deutlich leichteres Eigengewicht und dadurch einfacheres Handling.
  • Die dynamische Festigkeit der VIP-Anschlagmittel liegt deutlich über Standardwerten
    Mindestlastspielzahl: > 20.000, bei einer Oberlast des 1,5-fachen der VIP-Tragfähigkeit.
  • Erhöhte Zähigkeit durch spezialvergüteten CrNiMo-Edelstahl.
  • Kerbunempfindlichkeit und Wasserstoffversprödungsempfindlichkeit wie Güteklasse 8.
  • Duplex-Oberflächenschutz: Vorbehandlung plus Pink-Pulverbeschichtung.
  • Durch ein spezielles Wärmebehandlungsverfahren werden VIP-Produkte unempfindlicher gegenüber Abrieb und Beschädigung wodurch eine längere Lebensdauer garantiert wird.
  • Um ein lückenlosen Nachweis über die Fertigungs- und Prüfdaten zu haben sind die Fertigungs- und Losnummern in regelmäßigen Abständen in die Kettenglieder eingestanzt.

Konfiguration eines Kettengehänges: Welche Fragen müssen beantwortet werden?

  1. Welche Last (Gewicht) soll mit dem Kettengehänge transportiert bzw. gehoben werden?
    Um die richtige Wahl für Ihre Anschlagkette zu treffen, ist es unbedingt notwendig das Gewicht der zu hebenden Last zu wissen.
  2. Wie viele Stränge soll das Gehänge haben?
    Lasten, welche man mit einem Kettengehänge heben möchte, besitzen oftmals schon vormontierte Anschlagpunkte oder andere Anschlagmöglichkeiten. Wie viele ist oftmals abhängig von Faktoren wie Symmetrie oder Asymmetrie, Schwerpunkt und Form der Last.
    Insofern es möglich ist, müssen alle Anschlagmöglichkeiten für den Hebevorgang genutzt werden. Ein Gehänge kann bis zu vier Stränge haben.
    Achtung: Laut DGUV-Regel 100-500 gilt bei unsymmetrischer Belastung eines Mehrstrang-Gehänges die 1-Strang-Tragfähigkeit.
  3. Welche Nutzlänge soll das Gehänge haben?
    Die Nutzlänge des Gehänges wird entsprechend der Hallenhöhe, Einsatzhöhe und Größe der Last ermittelt. Wichtig dabei ist auch der zulässige Neigungswinkel ß. Dieser muss zwischen 0° und 60° liegen (gerechnet von der Senkrechten).
    Sollte der Neigungswinkel über 60° sein, muss die Nutzlänge des Gehänges so erhöht werden, dass der Winkel kleiner als 60° ist.
  4. Was ist der Abstand der vorhandenen Anschlagpunkte?
    Der Neigungswinkel ß des Gehänges wird beeinflusst durch den Abstand der genutzten Anschlagmöglichkeiten.
  5. Wo ist der Schwerpunkt der Last?
    Die Erkennung des Schwerpunktes ist ein wichtiger Schritt für die Auswahl des Kettengehänges, da je nachdem wo sich der Schwerpunkt befindet, wird entweder ein symmetrisches oder asymmetrisches Gehänge benötigt. Oftmals kann eine symmetrische Last mit einem 1-Strang-Gehänge gehoben werden während für eine asymmetrische Last meist ein Gehänge mit Anschlagketten unterschiedlicher Länge benötigt wird.
  6. Möchten Sie eine Kranzkette verwenden?
    Eine Kranzkette ist eine optimale Lösung, wenn die Last keine Anschlagpunkte hat und man selbst für eine Anschlagmöglichkeit sorgen muss. Wird eine Kranzkette im Schnürgang eingesetzt verringert sich die Tragfähigkeit des Gehänges um 20%. Sollte es keine Anschlagmöglichkeit geben lohnt es sich dennoch eine Kranzkette zu verwenden, da der Aufwand deutlich geringer ist.
    Achtung: Verwenden Sie keine Hebezeugkette zum Umschlingen von Lasten!
  7. In welcher Arbeitsumgebung wird das Gehänge eingesetzt?
    VIP-Komponenten (GK 10) sind in einem Temperaturbereich von -40 bis +200°C einsetzbar, ICE-Produkte (GK 12) sogar von -60 bis +200°C (beide ohne Tragfähigkeitsreduzierung).

Fehler und Verbote beim Gehänge-Einsatz

Es ist verboten:

  • Ketten ohne DGUV-Zulassung und Anhänger zu verwenden
  • Ketten einer Nenndicke/Tragfähigkeit mit einer anderen kombinieren
  • Ketten zu verknoten, um die Länge zu reduzieren
  • Verdrehte Ketten zu belasten
  • Ketten über den Boden zu ziehen
  • Ketten bei scharfkantigen Lasten zu verwenden, ohne diese zu schützen
  • Mit Hebezeugketten Lasten zu umschlingen

Auswahlkriterien für Gehänge-Komponenten: Was ist zu beachten?

Aufhängeköpfe

  1. Größe und Ausführung des Kranhakens
    Wichtig ist, dass die Größe des Hakens und des Aufhängekopfes zueinander passen. Achten Sie darauf, dass die erforderliche Größe des Aufhängekopfes mindestens 20% größer ist als die Hakenbreite.
  2. Gewicht der Last
    Der Aufhängekopf benötigt die entsprechende Tragfähigkeit, um das Gewicht der Last tragen zu können.
  3. Stranganzahl des Gehänges
    Die Dimension des Aufhängekopfes muss zur gewünschten Anzahl der Stränge passen.

Verkürzungselemente

  1. Art der Verkürzung
    Um schnell und effizient zu verkürzen empfiehlt sich die RUD-Multiverkürzungsklaue. Sie ist in die Kette integriert dadurch unverlierbar und auch verschiebbar. Der größte Vorteil ist, dass sich durch die Klaue die Tragfähigkeit des Gehänges nicht reduziert. Eine Alternative ist der RUD-Verkürzungshaken. Beide entsprechen der DIN 5692.
    Eine weitere Möglichkeit für einen exakten und stufenlosen Längenausgleich ist der RUD-Knebelspanner. Er eignet sich perfekt, wenn die Last z.B. waagerecht abgesetzt werden muss.
  2. Möglichkeiten des Handlings
    Natürlich muss das Verkürzungselement die gleiche Nenndicke wie das Gehänge haben. Des Weiteren ist zu klären, wie zugänglich das Gehänge bei der Umstellung der Länge sein soll. Der Verkürzungshaken ist fest an der Anschlagkette montiert, während die Verkürzungsklaue im Strang verschiebbar ist.

Einbauteile

  1. Verbindung zum Anschlagmittel
    Es ist wichtig, dass die Anschlagkette und das Endbauteil dieselbe Güteklasse besitzen. Es ist nicht erlaubt ICE (GK 12) und VIP (GK 10) zu vermischen und erst recht nicht mit Fremdfabrikaten. Der RUD ICE-CURT-K ist die einzige Ausnahme, da es ihn nur in ICE gibt können VIP-Teile mit ihm kombiniert werden. Dabei ergibt sich die Tragfähigkeit des gesamten Gehänges aus der Güteklasse der übrigen Bauteile ab. Des Weiteren kann ein H-Stück und VIP-Schäkel sowohl bei VIP- als auch bei ICE-Bauteilen eingesetzt werden.
  2. Verbindung zum Anschlagpunkt der Last
    Das Endbauteil des Kettengehänges muss zur Art und Größe des Anschlagpunkts passen. Es ist nur dann ein sicheres Heben gegeben, wenn die Öse des Anschlagpunkts im Hakengrund aufliegt, der Haken darf nicht zu groß gewählt werden.
  3. Art, Größe und Gewicht der Last
    Das Endbauteil muss natürlich die passende Tragfähigkeit und Größe haben und zum Gewicht der Last passen. 

Was müssen Sie sonst noch beachten?

Laut der DIN EN 818 müssen alle Bauteile und Anschlagketten eines Gehänges grundsätzlich die gleiche Nenndicke und gleiche Güteklasse haben. Außerdem dürfen keine unterschiedlichen Bauteile in einem Gehänge miteinander verbunden werden, weil sich die Verbindungssysteme teilweise deutlich unterscheiden.

Eine verdrehte Anschlagkette darf niemals belastet werden! Denn beim Anheben ist ein schlagartiges Ausdrehen der Kette möglich und die Last kann ruckartig absacken. Dadurch können Schäden an der Kette (bis zum Bruch) oder an der Last entstehen. Ein Ausdrehen vor dem Hebevorgang ist daher sehr wichtig!

Eine Kette darf, zum Verkürzen, niemals verknotet werden. Durch das Anheben einer verknoteten Kette können undefinierte Kräfte und extreme Belastung auf einzelne Kettenglieder einwirken. Dadurch kann die Anschlagkette stark beschädigt werden.

Achten Sie auf einen entsprechenden Kantenschutz, wenn Sie die Anschlagketten des Gehänges an scharfen Kanten umlenken. Wichtig: Wird kein entsprechender Kantenschutz verwendet, verringert sich die Belastung des Kettenstrangs um 20%.


Wissenswertes über Güteklassen

Was Sie über Grade, Mindestbruchkräfte und Gütestempel wissen sollten.

Wie entsteht eine Rundstahlkette?

Zum Erstellen einer Rundstahlkette wird ein Drahtabschnitt gebogen und in der Mitte verschweißt. Im nächsten Schritt wird der Schweißwulst entgratet. Im Anschluss zum Schweißen wird die Kette, durch das Erwärmen auf über 1000°C gehärtet. Durch das Erwärmen verändert sich das Gefüge des Materials. Um die korrekte Härte und Festigkeit zu erhalten, wird das ganze nun auf Raumtemperatur abgeschreckt.

Was ist die Vergütung?

Durch den vorangegangenen Schritt ist die Kette nun extrem gehärtet. Für bestimmte Anwendungsbereiche wird die Kette nun nochmals angelassen, was bedeutet: sie wird wieder auf über 300°C erwärmt. Dieser Vorgang ist das sogenannte Vergüten. Dadurch wird die Härte der Kette etwas reduziert, aber gleichzeitig erhöht es die Zähigkeit und viele andere Eigenschaften der Kette werden deutlich verbessert.

Woran erkennt man die Güteklasse?

Um Ketten eindeutig identifizieren können erhalten diese bereits bei der Herstellung einen Gütestempel. Bei einer Anschlagkette bedeutet das, der Stempel "(H1) 8" für die Güteklasse 8 oder "(H1) 10" für die Güteklasse 10 steht. das H steht in diesem Fall für "hochfest" und wird von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vergeben. Die Zahl hinter dem H kennzeichnet immer den Hersteller der Kette. Die 1 steht grundsätzlich für RUD.


Prüfung von Anschlagmitteln

Was Sie zum Thema Prüfung wissen und beachten sollten.

Sichtprüfung

Durch die Sichtprüfung können vorab äußere Mängel wie z.B. verbogene oder verdrehte Kettenglieder zu erkennen. Zudem wird der Zustand der Bauteile, die Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen geprüft.

Achtung: Eine Oberflächenbehandlung darf immer nur vom Hersteller vorgenommen werden. Des Weiteren ist auch immer auf Temperatureinflüsse zu achten. Aggressive Chemikalien und Säuren dürfen nicht in Kontakt mit VIP-Ketten oder VIP-Bauteilen kommen.
Nur Original RUD-Ersatzteile verwenden!

Prüfung von Kettengehängen

Kettengehänge müssen mindestens einmal im Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden. Es ist möglich, dass die Prüfung aufgrund der Einsatzbedingungen in kürzeren Abständen erforderlich ist. Nach höchstens drei Jahren muss die Kette rissgeprüft werden (nach DIN 685-5). Sollte durch besondere Ereignisse die Tragfähigkeit möglicherweise beeinflusst worden sein, sollte die Kette ebenfalls durch einen Sachkundigen geprüft werden.

Verwenden Sie eine Anschlagkette mit einer höheren Tragfähigkeit

Laut DIN EN 818 und DIN EN 1677 sind die RUD-Komponenten für eine dynamische Belastung von 20.000 Lastspiele ausgelegt.

  • Bedenken Sie, dass mehrere Lastspiele während des Hubvorgangs gemacht werden können.
  • Durch eine hohe dynamische Beanspruchung bei hohen Lastspielzahlen kann die Gefahr bestehen, dass die Kette beschädigt wird.
  • Die BG/DGUV empfiehlt: Bei Dauerbetrieb muss die Tragspannung entsprechend Triebwerksgruppe 1Bm (M3 nach DIN EN 818-7) reduziert werden. Verwenden Sie Anschlagmittel mit einer höheren Tragfähigkeit.