Beim Heben von Lasten mit Anschlagmitteln – etwa Hebebändern, Rundschlingen, Draht- oder Faserseilen sowie Ketten – stellt die sogenannte scharfe Kante ein häufig unterschätztes Risiko dar. Gemeint sind Kanten an der Last, die einen so kleinen Radius haben bzw. scharf ausgeprägt sind, dass sie Anschlagmittel beschädigen oder zerstören können. Trotz klarer Regelwerke gehört dieses Problem weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Anschlagmittel-Schäden und die daraus entstehenden Unfälle. In der Vergangenheit kam es dadurch immer wieder zu schweren Zwischenfällen, einschließlich abstürzender Lasten mit tödlichem Ausgang.
Wissenswertes über Anschlagketten: Güteklassen, Tragfähigkeit & Sicherheit
Defintion
Was ist eine Anschlagkette?
Anschlagketten sind unverzichtbare Komponenten der Hebetechnik. Sie dienen dazu, schwere Lasten sicher aufzunehmen, zu bewegen oder zu fixieren. Gefertigt aus widerstandsfähigen, miteinander verbundenen Kettengliedern stellen sie die Verbindung zwischen Hebezeugen – etwa Kranhaken – und Lasten wie Bauteilen oder Containern her.
Arten von Anschlagketten
Einstrang-Anschlagketten sind ideal für einfache Hebeaufgaben und zeichnen sich durch ihre unkomplizierte, sichere Handhabung aus. Für anspruchsvollere Anwendungen kommen Mehrstrang-Anschlagketten mit zwei, drei oder vier Strängen zum Einsatz, die hohe Sicherheit und maximale Flexibilität beim Heben unterschiedlich geformter Lasten bieten.
Nicht zwingend müssen alle Stränge genutzt werden: Mehrsträngige Anschlagketten können bei Bedarf auch als Einstranglösung eingesetzt werden. Nicht benötigte Stränge müssen im Aufhängekopf hochgehangen werden.
Endlosketten, auch Kranzketten genannt, eignen sich für spezielle Hebeanwendungen, bei denen eine durchgehende Kette ohne Anfangs- oder Endglieder erforderlich ist. Sie werden häufig zum Umschlingen sowie zum sicheren Anheben von runden oder unregelmäßigen Lasten verwendet.
Beispiel einer VIP-Anschlagkette mit Haken
Beispiel eines ICE-Vierstrang-Kettengehänges mit Haken und Verkürzungsklauen
Beispiel einer GK8-Kranzkette mit Aufhängeglied
Beispiel einer GK8-Kranzkette mit Verbindungsglied
Zu den weiteren Merkmalen, die Hebeketten voneinander differenzieren, gehört die Güteklasse.
Was sind Güteklassen?
Die Güteklasse beschreibt die Festigkeit des für die Kette verwendeten Materials. Grundlage dieser Einteilung ist die sogenannte Nennspannung. Bei einer Güteklasse-8-Kette beträgt sie beispielsweise 800 N/mm², was etwa 80 kg pro mm² entspricht. Aus diesem Grund wird die Güteklasse 8 auch häufig als „Grad 80“ bezeichnet.
Unter der Vergütung einer Anschlagkette versteht man eine spezielle Wärmebehandlung, bei der die Kette zunächst erhitzt und anschließend kontrolliert abgekühlt wird. Dieses Verfahren verbessert gezielt die mechanischen Eigenschaften der Rundstahlkette, insbesondere Festigkeit, Härte und Verschleißbeständigkeit. Vergütete Anschlagketten sind daher besonders für anspruchsvolle Anwendungen wie das Heben, Ziehen oder Spannen schwerer Lasten geeignet.
Welche Güteklassen gibt es?
Anschlagketten sind in den Güteklassen 8, 10 und 12 erhältlich. Grundsätzlich gilt: Je höher die Güteklasse, desto größer ist die Tragfähigkeit bei gleichem Kettendurchmesser.
So weist eine Güteklasse-10-Kette eine um etwa 25 % höhere Tragfähigkeit auf als eine Güteklasse-8-Kette mit identischem Durchmesser. Ketten der Güteklasse 12 erreichen sogar eine bis zu 60 % höhere Tragfähigkeit im Vergleich zu Güteklasse 8.
Dieser Leistungszuwachs höherer Güteklassen ermöglicht eine deutliche Gewichtsersparnis, da für die gleiche Last kleinere Kettendurchmesser eingesetzt werden können. Das erleichtert die Handhabung und verbessert die Ergonomie für den Anwender. Gleichzeitig werden durch den geringeren Materialeinsatz und den reduzierten Energiebedarf bei der Herstellung Ressourcen geschont, wodurch Anschlagketten höherer Güteklassen auch aus ökologischer Sicht Vorteile bieten.
Güteklasse 8 / Grad 80
Ketten der Güteklasse 8 (Grad 80) zählen zu den am häufigsten eingesetzten Anschlagketten. Dies ist unter anderem auf die große Anzahl verfügbarer Hersteller zurückzuführen, was eine hohe Verfügbarkeit sowie eine breite Auswahl an Anbauteilen und Zubehör ermöglicht.
Ein weiterer Vorteil der Güteklasse 8 liegt in den vergleichsweise niedrigen Kosten gegenüber Ketten der Güteklassen 10 und 12. Aufgrund dieses guten Preis-Leistungs-Verhältnisses werden Anschlagketten der Güteklasse 8 bevorzugt bei einfachen Anwendungen verwendet.
Güteklasse 10 / Grad 100 (VIP)
Seit 1994 vertreiben wir Anschlagketten und Kettenbauteile der Güteklasse 10 des deutschen Technologieführers Rieger & Dietz (RUD). Die Bezeichnung VIP steht für „Verwechslungsfrei in Pink“ und sorgt durch die markante Farbgebung für eine eindeutige optische Unterscheidung gegenüber Ketten anderer Güteklassen.
Neben der bereits beschriebenen Gewichtseinsparung und der höheren Tragfähigkeit bieten Güteklasse-10-Ketten weitere technische Vorteile. Durch eine spezielle Wärmebehandlung sowie den Einsatz patentierter Werkstoffe zeichnen sie sich durch eine erhöhte Verschleißfestigkeit. VIP-Ketten eignen sich besonders für industrielle Anwendungen mit hohen Belastungen, häufigen Einsatzzyklen und erhöhten Anforderungen an Lebensdauer und Sicherheit.
Darüber hinaus lassen sich die Standzeiten deutlich verlängern, da die Oberfläche von Güteklasse-10-Ketten rund 30 % härter ist als die von Ketten der Güteklasse 8.
Güteklasse 12 / Grad 120 (ICE)
Seit 2007 vertreiben wir Anschlagketten und Kettenbauteile der Güteklasse 12 des deutschen Technologieführers Rieger & Dietz (RUD). Die Bezeichnung ICE steht für „Innovative Chain Evolution“. Eine magentafarbene Pulverbeschichtung sorgt für eine klare farbliche Abgrenzung zu Ketten anderer Güteklassen und ermöglicht eine schnelle visuelle Identifikation im Einsatz.
ICE-Ketten vereinen sämtliche Vorteile der Güteklasse-10-VIP-Ketten und gehen in ihrer Leistungsfähigkeit darüber hinaus. Dank verbesserter Kerbschlagszähigkeit eignen sie sich auch für den Einsatz bei extremen Temperaturen bis zu −60 °C. Damit sind Güteklasse-12-ICE-Ketten besonders für anspruchsvolle Anwendungen in kalten Umgebungen, im Außenbereich sowie in der Schwerindustrie geeignet.
ICE-Anschlagketten bieten maximale Tragfähigkeit bei minimalem Eigengewicht und sind die erste Wahl für Anwendungen mit höchsten Anforderungen an Sicherheit, Temperaturbeständigkeit und Lebensdauer.
Güteklasse 8, 10 (VIP) und 12 (ICE)
Tragfähigkeiten im Überblick
| Ketten-Ø | Güteklasse | 1-Strang | 2-Strang | 3- und 4-Strang | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| β = 0° (Faktor 1) |
β = 0–45° (Faktor 1,4) |
β = 45–60° (Faktor 1,0) |
β = 0–45° (Faktor 2,1) |
β = 45–60° (Faktor 1,0) |
||
| 4 | VIP | 0,63 | 0,88 | 0,63 | 1,32 | 0,95 |
| ICE | 0,80 | 1,12 | 0,80 | 1,70 | 1,18 | |
| 6 | Gk 8 | 1,12 | 1,6 | 1,12 | 2,36 | 1,70 |
| VIP | 1,5 | 2,1 | 1,5 | 3,15 | 2,25 | |
| ICE | 1,8 | 2,52 | 1,8 | 3,75 | 2,7 | |
| 8 | Gk 8 | 2,0 | 2,8 | 2,0 | 4,25 | 3,0 |
| VIP | 2,5 | 3,5 | 2,5 | 5,25 | 3,75 | |
| ICE | 3,0 | 4,25 | 3,0 | 6,3 | 4,5 | |
| 10 | Gk 8 | 3,15 | 4,25 | 3,15 | 6,7 | 4,75 |
| VIP | 4,0 | 5,6 | 4,0 | 8,4 | 6,0 | |
| ICE | 5,0 | 7,1 | 5,0 | 10,6 | 7,5 | |
| 13 | Gk 8 | 5,3 | 7,5 | 5,3 | 11,2 | 8,0 |
| VIP | 6,7 | 9,5 | 6,7 | 14,1 | 10,0 | |
| ICE | 8,0 | 11,2 | 8,0 | 17,0 | 11,8 | |
| 16 | Gk 8 | 8,0 | 11,2 | 8,0 | 17,0 | 11,8 |
| VIP | 10,0 | 14,0 | 10,0 | 21,2 | 15,0 | |
| ICE | 12,5 | 17,0 | 12,5 | 26,5 | 19,0 | |
| 18 | Gk 8 | 10,0 | 14,0 | 10,0 | 21,2 | 15,0 |
| VIP | 12,5 | 17,0 | 12,5 | 26,5 | 19,0 | |
| 22 | Gk 8 | 15,0 | 21,2 | 15,0 | 31,5 | 22,4 |
| VIP | 20,0 | 28,0 | 20,0 | 42,0 | 30,0 | |
| 26 | Gk 8 | 21,2 | 30,0 | 21,2 | 45,0 | 31,5 |
| 28 | VIP | 31,5 | 45,0 | 31,5 | 67,0* | 47,5* |
| 32 | Gk 8 | 31,5 | 45,0 | 31,5 | 67,5 | 47,5 |
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Welche Bedeutung hat der H-Stempel?
Seit den 1930er Jahren werden Anschlagketten mit dem sogenannten H-Stempel gekennzeichnet. Dieser setzt sich aus dem Buchstaben H (hochfest) sowie einer herstellerspezifischen Kennziffer zusammen, die von der Berufsgenossenschaft vergeben wird. Anhand dieser Kennziffer lässt sich der jeweilige Hersteller eindeutig identifizieren.
Heute werden nicht nur Anschlagketten, sondern auch Hebezeugketten sowie Kettenzubehör mit einem entsprechenden Stempel versehen. Ketten und Bauteile der Güteklassen 8 und 10 tragen dabei weiterhin den H-Stempel. Für Ketten und Komponenten der Güteklasse 12 hat die Berufsgenossenschaft aus technischen und normativen Gründen eine abweichende Kennzeichnung eingeführt, sodass diese mit dem Buchstaben D gestempelt werden.
Da Rieger & Dietz (RUD) als Technologieführer zu den ersten Herstellern gehörte, die ihre Ketten von der Berufsgenossenschaft prüfen ließen, stehen die Kennzeichnungen H1 (Güteklasse 8 und 10) sowie D1 (Güteklasse 12) eindeutig für RUD-Produkte.
Wichtig ist:
Der H-Stempel ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Dennoch wird er von vielen Herstellern und Anwendern als verlässlicher Qualitäts- und Herkunftsnachweis geschätzt und gilt in der Praxis als bewährtes Merkmal hochwertiger Anschlagketten.
Was ist der Sicherheitsfaktor?
In der Hebetechnik beschreibt der Begriff Sicherheitsfaktor das Verhältnis zwischen der minimalen Bruchkraft eines Anschlagmittels und der zulässigen Tragfähigkeit im Einsatz. Ziel des Sicherheitsfaktors ist es, die Sicherheit bei Hebevorgängen zu gewährleisten, indem die tatsächliche Belastung stets deutlich unterhalb der Bruchgrenze liegt.
Für Anschlagketten ist ein Sicherheitsfaktor von 4 gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet, dass die Bruchkraft einer Anschlagkette mindestens das Vierfache der angegebenen Tragfähigkeit betragen muss. Diese Sicherheitsreserve berücksichtigt unter anderem dynamische Belastungen, Stoßkräfte, Verschleiß sowie mögliche Bedienungsfehler und trägt so maßgeblich zur Betriebssicherheit bei.
Aufgrund ihrer geringeren Dehnung unter Last gelten für Drahtseile (5) und textile Anschlagmittel (7) höhere Sicherheitsfaktoren als für Anschlagketten (4).
| Sicherheitsfaktor | Anschlagmittel |
|---|---|
| 4 | Anschlagketten, Anschlagpunkte, hochfeste S-Haken |
| 5 | Anschlagdrahtseile, Grummets, hochfeste Schäkel |
| 7 | Rundschlingen, Hebebänder |
Hinweis: Maßgeblich sind stets die Angaben des Herstellers sowie die jeweils gültigen Normen.
Pulverbeschichtung als Hitzeindikator
Temperaturbeständigkeit
Neben zahlreichen weiteren positiven Eigenschaften dient die Pulverbeschichtung von VIP- und ICE-Ketten auch als integrierter Hitzeindikator. Die Beschichtung ist so ausgelegt, dass eine unzulässige Überschreitung der maximal zulässigen Einsatztemperatur anhand einer sichtbaren Farbveränderung erkannt werden kann.
VIP-Ketten verändern bei einer Temperaturüberschreitung von über 380 °C ihre Farbe dauerhaft zu Tiefschwarz. In diesem Fall gilt die Kette ebenfalls als nicht mehr einsatzfähig und muss unverzüglich ausgetauscht werden, da die erforderlichen mechanischen Eigenschaften nicht mehr sichergestellt sind.
Bei ICE-Ketten führt eine Temperaturüberschreitung von 300 °C zu einer dauerhaften Farbveränderung der Pulverbeschichtung in Richtung Braun-Schwarz. In diesem Fall gilt die Kette als nicht mehr einsatzfähig und muss unverzüglich ausgetauscht werden, da die material
Zulässiger Temperatur-Einsatzbereich für Anschlagketten
Prüfpflichten und Ablegereife von Anschlagketten
Anschlagketten unterliegen in der Hebetechnik klar definierten Prüfpflichten, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Vor jeder Benutzung ist eine Sichtprüfung durch den Anwender erforderlich, bei der die Kette auf offensichtliche Schäden wie Verformungen, Risse oder starken Verschleiß kontrolliert wird.
Darüber hinaus müssen Anschlagketten in regelmäßigen Abständen durch eine befähigte Person geprüft werden. In der Regel ist mindestens eine jährliche Sachkundigenprüfung vorgeschrieben. Je nach Einsatzbedingungen, Beanspruchung und Umgebungsfaktoren können auch kürzere Prüfintervalle erforderlich sein.
Anschlagketten müssen spätestens im Abstand von drei Jahren einer zerstörungsfreien elektromagnetischen Rissprüfung unterzogen werden. Diese Prüfung wird in der Regel von einem entsprechend qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt. Eine Probebelastungen als Ersatz für Rissprüfungen sind nicht geeignet, da innere oder oberflächennahe Materialrisse auf diese Weise nicht zuverlässig erkannt werden können.
Ergibt eine Prüfung, dass sicherheitsrelevante Grenzwerte überschritten sind, gilt die Anschlagkette als ablegereif und muss unverzüglich aus dem Betrieb genommen werden. Eine weitere Verwendung ist in diesem Fall unzulässig. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob eine Reparatur des Gehänges möglich ist, wenn nur einzelne Bauteile ablegereif sind.
Typische Kriterien für die Ablegereife von Anschlagketten sind unter anderem:
- Fehlende, unleserliche oder beschädigte Kennzeichnung am Ketten- oder Kennzeichnungsanhänger
- Verwindung, Verformung oder Bruch von Ketten, Bauteilen oder Aufhängegliedern
- Kettenlängung durch plastische Verformung einzelner Kettenglieder von mehr als 5 % (bezogen auf die Nennteilung 3d)
-
Verschleiß der Kettenglieder durch Abrieb außen oder zwischen ineinandergreifenden Gliedern
- Messung nur bei locker liegender Kette
- Maximal 10 % Verschleiß der gemittelten Glieddicke zulässig
- Schnitte, Kerben, Rillen oder Anrisse an Ketten oder Bauteilen
- Übermäßige Korrosion
- Verfärbungen durch Wärmeeinwirkung
- Verbogene oder verdrehte Ketten und Bauteile
- Tiefe Kerben im Zugspannungsbereich
- Scharfe Kerben quer zur Zugrichtung
- Aufweitung von Lasthaken über 10 % des Nennwertes
- Fehlende oder nicht korrekt schließende Hakensicherung (Sicherungsklappe)
- Kerben oder Beschädigungen im Hakengrund
Nützliche Hilfsmittel zur Prüfung von Anschlagketten:
Prüfung, Wartung und Instandhaltung von Arbeitsmitteln
Der Globus-Prüfservice
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Wirtschaftlich, robust und vielseitig
Vorteile von Anschlagketten
Anschlagketten sind die ideale Lösung für das sichere Heben schwerer Lasten. Sie überzeugen durch hohe Tragfähigkeit, extreme Robustheit und eine lange Lebensdauer – auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen.
Vergleich der Güteklassen 8, 10 und 12 bei Anschlagketten
| Merkmal |
Güteklasse 8
|
Güteklasse 10 (VIP)
|
Güteklasse 12 (ICE)
|
|---|---|---|---|
| Nennspannung | 800 N/mm² | 1.000 N/mm² | 1.200 N/mm² |
| Bruchdehnung | 25% | 20% | 20% |
| Norm | EN 818 Teil 2,4,6 | EN 818, PAS 1061 | EN 818, PAS 1061 |
| Werkstoff DIN 17115 | Edelstahl (Vergütungsstahl) | Ni 0,4%, Cr 0,4%, Mo 0,15% | Patentierter Sonderstahl |
| Relative Tragfähigkeit | Referenzwert | ca. +25 % gegenüber GK8 | bis zu +60 % gegenüber GK8 |
| Erforderlicher Kettendurchmesser | größer | kleiner als GK8 | deutlich kleiner als GK8 |
| Eigengewicht | höher | reduziert | minimal |
| Verschleißfestigkeit | gut | sehr hoch | sehr hoch |
| Oberflächenhärte | Standard | ca. 30 % höher als GK8 | nochmals verbessert |
| Sicherheitsfaktor | 4 | 4 | 4 |
| Prüfkraftfaktor | 2,5 | 2,5 | 2,5 |
| Empfindlichkeit gegenüber scharfen Kanten | höher | gering | sehr gering |
| Temperatur-Einsatzbereich (100% WLL) | -40°C - +200°C | -40°C - +200°C | -60°C - +200°C |
| Kennzeichnung / Farbe | häufig blank (schwarz lackiert) | Pink (VIP – Verwechslungsfrei in Pink) | Magenta (ICE) |
| Typische Einsatzbereiche | einfache, standardisierte Hebevorgänge | industrielle Anwendungen mit hohen Belastungen | extrem anspruchsvolle Anwendungen, Kälte, Schwerindustrie |
| Kosten | niedrig | höher als GK8 | höher als GK10 |
| Hauptvorteil | gutes Preis-Leistungs-Verhältnis | hohe Tragfähigkeit bei geringerem Gewicht | maximale Leistung bei minimalem Eigengewicht |
Unser FAQ
Häufig gestellte Fragen
Welche Güteklassen gibt es bei Anschlagketten?
Anschlagketten sind typischerweise in den Güteklassen 8, 10 und 12 erhältlich. Je höher die Güteklasse, desto höher ist die Tragfähigkeit bei gleichem Kettendurchmesser.
Welche Anschlagkette ist die richtige für mich?
Anschlagkette Güteklasse 8: Der preiswerte Standard für einfache Hebeaufgaben.
Anschlagkette Güteklasse 10 (VIP): Bietet ca. 25 % mehr Tragfähigkeit als GK 8 bei gleichem Durchmesser – ideal für Industrieanwendungen.
Anschlagkette Güteklasse 12 (ICE): Maximale Leistung. Sie trägt bis zu 60 % mehr als GK 8. Dadurch können Sie dünnere, leichtere Ketten verwenden, was das Handling massiv erleichtert.
Wie wichtig ist der Sicherheitsfaktor?
Für Anschlagketten ist ein Sicherheitsfaktor von 4 vorgeschrieben, d. h. die Bruchkraft einer Kette ist mindestens viermal so hoch wie ihre zulässige Tragfähigkeit. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Heben.
Wie werden Anschlagketten geprüft?
Gemäß DGUV Vorschriften müssen Anschlagketten mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person geprüft werden. Zudem ist alle drei Jahre eine Rissprüfung (z. B. Magnetpulverprüfung) vorgeschrieben. Globus bietet hierfür einen professionellen Prüfservice an.